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Liebe Besucherinnen und Besucher,

„Mauern überwinden“, so lautete das Leitwort der ökumenischen Friedensdekade 2009 der Kirchen. Gut 20 Jahre nach der so genannten friedlichen Revolution - so waren sich die Initiatoren der Kampagne einig - wäre es wichtig, über dieses Thema neu nachzudenken. Ich denke, zu Recht.

Um zu sehen, dass heute ganz neue, oft gewaltige und unüberwindlich scheinende Mauern existieren, muss man nicht besonders wachen Auges durch die Welt gehen: Gewalt, soziale Not, Kinderarmut und andres mehr sind Bestandteile unserer Gesellschaft geworden, die nicht zu übersehen sind. Und mindestens genauso schlimm ist die Resignation, mit der dieser Zustand zuweilen klagend konstatiert wird.
Die Einrichtungen unseres Vereins arbeiten in vielfältiger Weise daran, Mauern zu überwinden, Türen zu öffnen und nicht selten genau dort Wege zu bahnen, wo dies oft gar nicht möglich scheint. Vor Misserfolgen schützt das nicht, und es sind leider oft die Misserfolge und Enttäuschungen, die Erfolgserlebnisse über eigene Arbeit schmälern oder zunichte machen. Was hingegen Tag für Tag Großartiges in all unseren Einrichtungen geleistet wird, das hört man oft nicht so laut und nicht selten auch erst als ein verspätetes Echo.

Ich habe im vergangenen Jahr an ganz unterschiedlichen Stellen Echos von Menschen gehört, die in den Einrichtungen des Diakonievereins Begleitung erfahren haben. Seien es Kinder, die voller Stolz, nun Schulkind zu sein, sich doch sehnsüchtig an ihre Kindergartenzeit erinnern. Sei es eine Bewohnerin des Kinder- und Jugendheims, die von sich selbst sagt, den Erziehern ganz schön auf der Nase herumgetanzt zu sein und nun doch diese Zeit als die „beste ihres Lebens“ bezeichnet. Sei es ein junger Mensch, der sich nicht sicher ist, ob er ohne die Hilfe der Beratungsstelle heute noch leben würde. Sei es ein alter Mensch, der in der Geborgenheit des Pflegeheims noch einmal neuen Lebensmut gefasst hat. Ja, auch das ist Wirklichkeit.
Und es gäbe noch viele Beispiele.

Auch in 2011 wollen wir Sie auf unserer Internetseite über unsere Arbeit informieren und Ihnen die Möglichkeit geben, sich in unseren Einrichtungen umzusehen. Scheuen Sie sich nicht, die vielfältigen Kontaktmöglichkeiten zu uns zu nutzen wenn Sie Fragen oder Anregungen haben!

Ich wünsche Ihnen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2011!

Ihr Joachim Preiser,
Vorsitzender